Acht Generationen. Eine Ikone.
Seit 1963 immer wieder neu erfunden. Und doch immer unverkennbar ein Porsche 911.
Seit seiner Präsentation im Jahr 1963 entwickelt Porsche den 911 kontinuierlich weiter. Über acht Generationen wurden Technik, Leistung, Sicherheit und Komfort grundlegend verändert. Die zentrale Idee blieb dennoch erhalten: ein Sechszylinder-Boxermotor im Heck, eine unverwechselbare Silhouette und die besondere Verbindung aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit.
Die gesamte Entwicklung auf einen Blick
Ur-Elfer
Vorstellung als 901, Umbenennung in 911, Targa und Carrera RS 2.7.
G-Serie
Faltenbalg-Stoßfänger, Turbo, Cabriolet und Carrera 3.2.
964
3,6-Liter-Boxer, Allradantrieb, ABS, Servolenkung und Tiptronic.
993
Mehrlenker-Hinterachse, Biturbo und der letzte luftgekühlte Serien-911.
996
Wasserkühlung, völlig neue Konstruktion, GT3 und GT2.
997
Rückkehr zu klassischen Rundscheinwerfern, Direkteinspritzung und PDK.
991
Neue Plattform, Leichtbau und später Turboaufladung für die Carrera-Modelle.
992
Digitalisierung, Achtgang-PDK und erstmals T-Hybrid im Carrera GTS.
1. Der Ur-Elfer
1963–1973
1963–1966 · Vom 901 zum 911
Was heute wie selbstverständlich klingt, war ursprünglich nie geplant. Der berühmteste Sportwagen der Welt sollte eigentlich Porsche 901 heißen. Erst ein Namensstreit mit Peugeot führte dazu, dass Porsche eine neue Zahl wählte. Zur Markteinführung im Jahr 1964 wird das Modell in 911 umbenannt. Aus einer notwendigen Änderung entstand eine Legende. Sein luftgekühlter 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistet zunächst 130 PS.
1963 beginnt die Geschichte einer Ikone.
Der erste 911 verbindet eine moderne, zeitlose Formensprache mit einem technischen Grundkonzept, das Porsche über Jahrzehnte prägen wird.
1966–1968 · S, Targa und eine wachsende Modellfamilie
1966 stellt Porsche den 160 PS starken 911 S vor. Ende 1966 kommt der erste 911 Targa auf den Markt. Sein breiter Überrollbügel macht ihn zu einer eigenständigen offenen Interpretation des 911. Ab 1967 ist außerdem die halbautomatische Sportomatic erhältlich.
Aus einem Sportwagen wird eine Modellfamilie.
Coupé, Targa und unterschiedliche Leistungsstufen erweitern den Charakter des 911, ohne seine ursprüngliche Idee zu verändern.
1968–1971 · Längerer Radstand und mehr Hubraum
Mit der B-Serie verlängert Porsche den Radstand des 911. Das verbessert insbesondere die Fahrstabilität. Ab 1969 steigt der Hubraum auf 2,2 Liter. Die Modellpalette umfasst nun insbesondere die Varianten 911 T, 911 E und 911 S.
Der 911 gewinnt an Reife.
1971–1973 · 2,4 Liter und Carrera RS 2.7
1971 wächst der Hubraum auf 2,4 Liter. Den Höhepunkt dieser Ära bildet der 1972 vorgestellte Carrera RS 2.7. Mit 210 PS, geringem Gewicht und seinem charakteristischen Entenbürzel entsteht eines der berühmtesten Modelle der 911-Geschichte.
Aus dem Sportwagen wird eine Legende des Motorsports.
2. Die G-Serie
1973–1989
1973–1977 · Sicherheit prägt das Design
Für das Modelljahr 1974 überarbeitet Porsche den 911 grundlegend. Die neuen Stoßfänger mit seitlichen Faltenbälgen erfüllen strengere US-Sicherheitsanforderungen und werden zum Erkennungsmerkmal der zweiten Generation. Dreipunktgurte und Sitze mit integrierten Kopfstützen erhöhen zusätzlich die Sicherheit.
Neue Anforderungen schaffen ein neues Gesicht.
1974–1989 · Der 911 Turbo
1974 präsentiert Porsche den ersten 911 Turbo mit 3,0-Liter-Motor und 260 PS. Die ersten Fahrzeuge werden 1975 ausgeliefert. Ab 1977 erhält der Turbo einen 3,3-Liter-Motor, einen Ladeluftkühler und 300 PS.
Der Turbo definiert eine neue Leistungsklasse.
1978–1983 · 911 SC
Der 911 SC kombiniert einen 3,0-Liter-Boxermotor mit hoher Zuverlässigkeit und guter Alltagstauglichkeit. Gleichzeitig festigt er die Position des 911 in einer wirtschaftlich schwierigen Phase für klassische Sportwagen.
Der Elfer wird erwachsen.
1983/1984–1989 · Carrera 3.2
Für das Modelljahr 1984 löst der Carrera 3.2 den 911 SC ab. Sein 3,2-Liter-Boxermotor leistet in der europäischen Ausführung bis zu 231 PS. Zum Modelljahr 1987 erhält er das modernere G50-Fünfganggetriebe. Cabriolet, Targa und ab 1988 auch der Speedster erweitern die Modellpalette.
Der klassische Elfer erreicht seine Reife.
3. Porsche 964
1988/1989–1994
Der 1988 präsentierte Carrera 4 markiert den Beginn der dritten 911-Generation. Rund 85 Prozent des Fahrzeugs wurden neu entwickelt. Der 3,6-Liter-Boxermotor leistet 250 PS. Allradantrieb, ABS, Servolenkung, Schraubenfedern und ein automatisch ausfahrender Heckspoiler führen den 911 technisch in die Moderne. Der heckgetriebene Carrera 2 folgt rund ein halbes Jahr später.
Mit der Tiptronic erhält der 911 erstmals ein vollautomatisches Getriebe. Turbo, Carrera RS, Turbo S und Speedster zeigen zugleich, wie breit das Spektrum des 964 vom komfortablen Sportwagen bis zum puristischen Fahrgerät reicht.
Der 911 betritt die Moderne.
4. Porsche 993
1993/1994–1998
Der 993 interpretiert die klassische Form des 911 weicher und harmonischer. Eine neu entwickelte Mehrlenker-Hinterachse verbessert Fahrdynamik und Komfort. Der 993 Turbo erhält erstmals zwei Turbolader, während der neu konzipierte Targa ein elektrisch zurückfahrendes Glasdach verwendet.
1998 endet mit dem 993 die Ära der luftgekühlten Serien-911. Damit wird er zum letzten Vertreter einer technischen Tradition, die den 911 seit seinen Anfängen begleitet hatte.
Der luftgekühlte 911 erreicht seine Vollendung.
5. Porsche 996
1997/1998–2005
Der 996 bringt den größten technischen Umbruch der bisherigen 911-Geschichte. Er basiert auf einer vollständig neuen Konstruktion und verwendet erstmals einen wassergekühlten Sechszylinder-Boxermotor. Die Wasserkühlung ermöglicht Vierventiltechnik sowie Fortschritte bei Leistung, Emissionen, Geräuschverhalten und Verbrauch.
Ab 1999 etabliert sich der GT3 als motorsportorientierte Variante. Im Jahr 2000 folgen der 911 Turbo und der besonders kompromisslose GT2. Mit dem GT2 führt Porsche außerdem die Keramikbremse PCCB in die 911-Baureihe ein.
Der 911 bricht mit seiner Vergangenheit, um seine Zukunft zu sichern.
6. Porsche 997
2004–2012
2004–2008 · 997.1
Mit dem 997 kehrt Porsche zu den klassischen, nahezu runden Scheinwerfern zurück. Gleichzeitig halten Technologien wie PASM, variable Lenkübersetzung und beim Turbo die variable Turbinengeometrie Einzug.
Der 911 erinnert sich an seine Wurzeln.
2008–2012 · 997.2
Die Modellpflege bringt im Herbst 2008 Benzindirekteinspritzung und das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe PDK. Damit verbindet der 911 schnellere Gangwechsel mit höherem Komfort und verbesserter Effizienz.
Eine neue Generation der Performance beginnt.
7. Porsche 991
2011–2019
2011–2015 · 991.1
Der 991 erhält eine weitgehend neue Plattform mit längerem Radstand und breiterer Spur. Eine Aluminium-Stahl-Mischbauweise reduziert das Gewicht gegenüber dem Vorgänger. Die regulären Carrera-Modelle verwenden weiterhin frei saugende Sechszylinder-Boxermotoren.
Der 911 wächst, ohne seine Seele zu verlieren.
2015–2019 · 991.2
Mit der Modellpflege stellt Porsche die Carrera- und GTS-Modelle von Saugmotoren auf turboaufgeladene Dreiliter-Sechszylinder um. Die Motoren bieten mehr Leistung bei niedrigeren Emissions- und Verbrauchswerten.
Der Turbo wird zur neuen Normalität.
8. Porsche 992
seit 2018/2019
2018/2019–2024 · 992.1
Der im November 2018 präsentierte 992 führt den 911 weiter in das digitale Zeitalter. Zu seinen prägenden Merkmalen gehören ein stärker digitalisiertes Cockpit, eine neu entwickelte Achtgang-PDK und zahlreiche Assistenzsysteme. Die Konstruktion des Getriebes berücksichtigt bereits den möglichen Einbau eines Elektromotors.
Die Ikone wird digital.
seit 2024 · 992.2
Am 28. Mai 2024 präsentiert Porsche die Modellpflege der Baureihe 992. Der Carrera GTS erhält als erster straßenzugelassener 911 einen besonders leichten Performance-Hybrid. Das T-Hybrid-System kombiniert einen neu entwickelten 3,6-Liter-Boxermotor mit einem elektrischen Abgasturbolader, einer in das Achtgang-PDK integrierten E-Maschine und einer kompakten Hochvoltbatterie. Der reguläre Carrera bleibt zunächst beim weiterentwickelten 3,0-Liter-Biturbo-Boxermotor.
Zusätzlich erhält der überarbeitete 911 erstmals ein vollständig digitales Kombiinstrument. Damit markiert der 992.2 nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei Bedienung und Anzeige einen weiteren Entwicklungsschritt.
Der 911 wird besser und besser.
Acht Generationen, unzählige Varianten und mehr als sechs Jahrzehnte Entwicklung. Was bleibt, ist jene unverwechselbare Idee, die 1963 als Porsche 901 begann und bis heute in jedem 911 weiterlebt.